Die Natur ist die beste Apotheke

Das wussten schon Sebastian Kneipp, Maria Treben und

Eva Aschenbrenner, um nur einige namhafte Naturheilkundige der letzten 200 Jahre zu nennen.

 

Auch ich habe seit meiner Kindheit an ein reges Interesse an der "Apotheke Gottes" und erfreue mich an den wunderbaren Schätzen, die Mutter Natur uns in Hülle und Fülle anbietet.

Dieses Begeisterung möchte ich fortan mit Ihnen teilen und Ihnen einen Einblick in die Welt der Heilpflanzen eröffnen.

Gemäß dem Jahreslauf wird nun regelmäßig eine aktuell blühende Pflanze in ihrer Heilwirkung dargestellt und mit ein oder zwei Rezepten abgerundet.

Das Wissen um Heilpflanzen und Kräuterkunde ist vielschichtig und sehr tiefgreifend. Wenn man das ganze Seelen-Wesen einer Pflanze erfassen und erspüren möchte, dann ist es ratsam, sich wirklich intensivst damit auseinanderzusetzen.

 

**Eine Empfehlung meinerseits wäre hierfür die Österreicherin Mag. Adelheid Brunner (http://www.jahreskreis.at).

Sie erklärt in ihren öffentlichen Videos (zu sehen auf Facebook unter "Altes Wissen" und auf YouTube) ausführlich die Wirkung verschiedenster Pflanzen, Kräuter und Blumen. Das besondere daran ist, dass sie dabei sehr tief in die Materie eintaucht; nicht nur die Heilwirkung, sondern auch der Geist der Pflanze wird eingehend betrachtet.**

 

In meiner Rubrik würde dies zu umfangreich werden, daher beschränke ich mich darauf, einen Impuls zu geben, damit sich die Menschen wieder mehr den Schätzen von Mutter Natur widmen und sich mit dem verbinden, was uns zur Verfügung steht, getreu dem Motto "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah"

 


Monatsraum Juni

1. Wegwarte (Cichorium intybus)

 

 

Die himmelblaue Wegwarte, passt mit ihrer luftig leichten Gestalt hervorragend in die Juni und Zwillinge-Zeit. Anmutig und zart wird sie am Wegesrand oftmals übersehen. Dabei ist sie eine der wichtigsten Heilpflanzen bei Milzleiden und Verdauungsproblemen, und dient zur Stärkung von Leber und Galle. Absolut ungiftig kann sie unbedenklich angewandt werden.

Im Mittelalter galt sie als Zauberkraut und war sehr wertvoll.

Es ranken sich viele Geschichten um die Wegwarte, die angeblich an der Stelle wuchs, an welcher ein Mädchen auf ihren Liebsten wartete. 

 

 

In der Küche ist sie die Urform des heutigen Chicoree und Radiccio Salat, was auf ihre wertvollen Bitterstoffe zurückzuführen ist.

Im Frühjahr werden die zarten Blätter als Salat und später auch als Spinat-Ersatz verwendet; auch die eisenhaltigen Blüten sind sowohl zur Dekoration, als auch zum Verzehr hervorragend geeignet. Weit weniger bekannt ist, dass die Wurzel als Kaffe-Ersatz dient und wegen ihres hohen Inulin-Gehaltes sehr gut für Diabetiker geeignet ist. Die Wurzel wird hierfür zerkleinert und in der Pfanne geröstet, nach dem Erkalten werden die Stücke geröstet und anschließend wie bei herkömmlichen Kaffee aufgebrüht.

Eine Tee-Kur mit Wegwarte hilft Giftstoffe und Schwermetalle aus dem Körper auszuleiten.

 

Zudem ist sie auch eine der 38 Bachblüten, dort als "Chicory" bekannt und die Essenz wird bei Problemen mit der "Abgrenzung" eingesetzt. Sie hilft, wenn man sich gerne überall einmischt. 

Signifikant für das "Chicory-Syndrom" ist eine übertriebene Fürsorge, Anhänglichkeit und Liebesbedürftigkeit, gepaart mit einer übertriebenen Erwartungshaltung, immer und überall Hilfe zu erhalten.

2. Wilde Kamille (Matricaria recutita)

Die "echte" Kamille ist eine der ältesten Heilpflanzen.

Als einjähriger Korbblütler erreicht sie eine Wuchshöhe von 20-60cm. Ihre Blütezeit beginnt ab Mitte Mai, zumeist am Feldrand in der Sonne gelegen. Man unterscheidet die echte Kamille von der unechten (Matricaria inodoro), welche bis zu 80cm hoch wird und auch doppelt so große Blütenköpfe hat.

Das charakteristische jedoch ist der Geruch!

Die echte Kamille verströmt ein intensives, kräftiges Aroma, die unechte Kamille hingegen ist nahezu geruchlos (inodoro=geruchlos).

 

 

Um die Kamille ranken sich allerlei Mythen!

 

Als Räucherung hat sie beruhigende Wirkung und Kindern hängt man gerne ein Sträuschen übers Bett um sie zu beschützen und Flüche abzuwenden. Auch sagt man, dass sie Geldsegen brächte. Da die Kamille der Sonne zugewandt ist, dient sie auch als Antidepressiva und vertreibt Negativität. Einer alten Sage nach sind Kamillen verwunschene Soldaten :)

 

In der Küche wird Kamille als Gewürz- und Heilpflanze eingesetzt, wie klassisch als Tee natürlich, aber auch in Wildkräuter-Salaten.

Die Kamille ist wegen ihrer krampfstillenden, entzündungsmildernd und beruhigenden Eigenschaften sehr beliebt und wird daher vorzugsweise bei allen Magen-Darm-Beschwerden angewandt. In kleinen Schlucken getrunken kann es Bauchschmerzen lindern und somit bei Magengeschwüren, Durchfall oder Verstopfung helfen. Sie reinigt aber auch das Blut und hilft dem Körper bei der Ausscheidung von schädlichen Stoffen. Ebenfalls beliebt ist sie auch bei neuralgischen Schmerzen wie Ischias oder Hexenschuss und entfaltet an der Stelle als Kompresse ihre beruhigende Wirkung.

Aber auch in der Kosmetik hat sie mit ihrem Azulen (das blaue ätherische Öl der Kamille) einen hohen Stellenwert.

Die entzündete, zu starken Unreinheiten neigende, aber auch couperose (erweiterte Äderchen) Haut freut sich über ihre lindernde Wirkung.

Das blaue Öl legt sich quasi wie ein Schutzfilm auf die roten, sehr stark beanspruchten Hautpartien und wirkt dort sehr stark regenerativ.

 

Wie schon erwähnt wird Kamille vorwiegend als Tee oder in Wildkräuter-Salaten verwendet, ABER ich habe heute ein "Zuckerl" für Euch:

 

Kamillen-Eis

 


Hierfür werden frische Kamillenblüten, gern in Verbindung mit frischen Malvenblüten im Wasserbad gekocht. Den daraus entstandenen Sud mit Honig und etwas Joghurt oder Sahne vermischen. Verfeinert mit Zitronen- oder Limettensaft wird die Masse für einige Stunden in den Eisschrank gestellt. (Die Mengenangaben sind individuell und intuitiv zu bestimmen!)

 

Ein schönes Sommererlebnis wünsche ich Euch!

 

 

 


Monatsraum Mai

1. Schafgarbe (Achillea millefolium)

 

 

 

Die Schafgarbe, auch Augenbraue der Venus oder Jungfernkraut genannt, ist eine der bekanntesten Heilkräuter.

Völlig ungiftig, kann man bedenkenlos die gesamte Pflanze verarbeiten, jedoch sollte Maß gehalten werden, da sie bei zu starkem Konsum auch (allergische) Reaktionen auslösen kann.

Die Schafgarbe blüht von Mai bis September; sie liebt es trocken und sonnig.

 

 

Um die Schafgarbe ranken sich viele Mythen und Märchen, bereits der griechische Held Achilles soll angeblich seine Wunde damit geheilt haben.

Säuglingen hing man zum Schutz Schafgarbenbüschel über die Wiege und junge Mädchen füllten ihre Kissen damit, um im Traum ihren zukünftigen Mann zu sehen.

Die Schafgarbe wird bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt da sie durch ihre ätherischen Öle und Gerbstoffe krampflösend wirkt.

Somit hilft sie auch bei Verdauungsstörungen von Magen, Leber oder Galle.

Ein Schafgarbentee ist krampflösend und entzündungshemmend, sodass Bauchschmerzen und Blähungen verschwinden.

Über einen längeren Zeitraum angewandt kann sie sich positiv auf Migräne und wetterbedingte Kopfschmerzen auswirken.

Da sie eine beruhigende Wirkung auf die Seele hat, kann sie auch als entspannender Abendtee zubereitet werden:

Einen Teelöffel Kraut mit 200ml kochendem Wasser übergießen und 5-10 min ziehen lassen.

 

Schafgarbenblüten-Öl

 

Zwei Handvoll Schafgarbenblüten mit 250ml Mandelöl in einem Glas mit weiter Öffnung füllen und 2-3 Wochen in der Sonne stehen lassen. Täglich schütteln und nach Ablauf der Zeit filtern.

Angewendet wird es auf Wunden, Ekzemen und bei Haarausfall (Hormonstörung oder auch nach Chemotherapie)

 

 

2. Giersch (Aegopodium podagraria)

Eine weitere Kostbarkeit unter den Doldenblütlern ist der Giersch, der mit viermal so viel Vitamin C wie eine Zitrone ein absolutes Frühjahrs-Highlight für den Körper ist. 

Das charakteristische an der tollen Pflanze, die leider oft als Unkraut bezeichnet und auch so behandelt wird, sind ihre meist drei mal drei verzweigten "Äste". Der junge frische Giersch, der aus der Erde kommend noch eingerollt ist, sieht ganz anders aus, als der schon ein paar Tage ältere, aber wenn man die Ernte-Plätze kennt, weiß man sofort, dass es sich um dasselbe Exemplar handelt.

 

 

 

 

Das herausragende, wie schon erwähnt ist der hohe Vitamin C Gehalt, der zur Stärkung des Immunsystems beiträgt, aber auch Magnesium, Calcium und Eisen sind enthalten. Er schmeckt ähnlich wie Petersilie und ist vielseitig einsetzbar.

 

Der Giersch ist weniger eine mystische Heilpflanze, aber eine sehr schmackhafte, die wunderbar flexibel ist und sowohl in süßer Limo oder als würziger Spinat mit Freuden zubereitet werden kann.

 

Giersch-Limonade

1 Liter Apfelsaft

500 ml Sprudelwasser oder Zitronenlimonade

Scheiben einer halben Zitrone

eine Handvoll Girsch

 

Der Girsch wird gewaschen und etwas zerkleinert, danach in eine große Glasflasche gegeben und mit Apfelsaft und Wasser übergossen.

Die Zitronenscheiben und je nach Geschmack noch diverse andere Blüten und Pflanzenteile, wie Gundermann, Waldmeister, Löwenzahn und Melisse dazugeben. Alles zusammen ca 2-3 Stunden ziehen lassen (wenn der Geschmack der Kräuter richtig dominieren soll....)

 

Giersch-Brötchen (ca. 20-25 kleine Brötchen)

600g Mehl

4 TL Backpulver

500g Quark

4 Eier

1 TL Olivenöl

4-5 Handvoll frisch geerntete und klein gehackte Gierschblätter


Alle Zutaten gut vermengen und 30 min im Kühlschrank ruhen lassen.

Brötchen formen und bei 200 Grad ungefähr 30-40 min backen. Wahlweise kann man es auch zu einem Baguette formen.

 

Die Limo und die Brötchen sind eine köstliche Grundlage für ein nettes Picknick auf der Frühsommer-Wiese :)

 

 

3. Holunder (Sambucus nigra)

Der Holunder ist ein uralter und auch mystischer Strauch, der uns zweimal im Jahr seine Kostbarkeiten zur Verfügung stellt. Im Frühjahr die schneeweißen Blüten und im Herbst die dunklen Beeren, die mit einem hohen Gehalt an Vitamin C das Immunsystem auf den Winter vorbereiten. Allerdings dürfen sie nur gekocht verzehrt werden! Die rohen Beeren, sowie Blätter und Rinde des Holunder enthalten den Giftstoff "Sambunigrin", ein Glykosid, der sich erst ab knapp 80 Grad Celsius zersetzt.

 

Der Holunder gilt als eine große Schutz- und Heilpflanze.

Bei den Germanen war der Holunder der Schutzbaum der Familie

.

Am Haus gepflanzt hält sie, einem alten Volksglauben nach böse Geister und Energien fern, und leitet diese direkt in die Erde ab.

Alle Teile des Hollerbuschs (wie es schon in einem alten bekannten Kinderlied heißt) besitzen große Heilkraft, von der Wurzel bis zur Blüte.

Interessant ist, dass diese Pflanze ihren Standort sehr gerne selbst bestimmt. Sie lässt sich schwer anpflanzen und sucht lieber selbst die Nähe des Hauses und der Familie, um dort mit den guten Hausgeistern die in ihr wohnen, Schutz zu gewähren.

Wenn man mit Holunder räuchert, unterstützt man den Prozess alles was im Verborgenen liegt, ans Licht zu holen.

Auf körperlicher Ebene ist Holunder ein Notfall-Mittel bei beginnenden Erkältungen und ein Holunderblütentee wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und auch schweißtreibend Außerdem regt der Holunder die Nieren an, entwässert und fördert auch über diesen Weg die Ausscheidung von Giftstoffen. Der Holunder kann Nervosität, Ängste und depressive Verstimmung lindern.

Sambucus nigra gibt es auch in Form einer Urtinktur (Firma Ceres), die hilft langanhaltende Infekte der oberen Atemwege zu lindern und den festsitzenden Schleim zu lösen. Darüberhinaus hilft sie auch Ängste zu vertreiben, die vorwiegend bei Dunkelheit zunehmen.

 

Holunderküchle

10-12 Holunderblüten-Dolden

150 g Mehl

3 Eier

200 ml Milch

200 ml Wasser

3-4 EL Öl

 

Die Blütendolden waschen und abtupfen. Mehl mit Eigelb, Milch, Wasser und einer Prise Salz verrühren, dann 30 min ruhen lassen. Eiweiß steif schlagen, mit Vanillezucker mischen und unter den Teig heben. Öl in der Pfanne erhitzen, jede einzelne Dolde in den Teig tauchen und goldbraun ausbacken.

 

Holunderblüten-Pudding

10-15 Holunderblüten-Dolden

500 ml Milch

8 TL Speisestärke

2-3 EL Zucker (je nach Wahl)

 

Dolden über Nacht in der Milch ziehen lassen Am nächsten Tag kurz aufkochen und abseihen. Von der Milch 100 ml abnehmen und mit der Stärke und Zucker verrühren. Mit der restlichen Milch verrühren und nochmal aufkochen und erkalten lassen.

 

* Lasst es Euch recht gut schmecken*

 

 

4. Storchenschnabel (Geranium robertianum)

Der Storchenschnabel, auch Ruprechtskraut genannt, ist ein Verwandter der Geranie und gedeiht am Wegesrand von Wiesen und Wäldern. Gerade jetzt im Mai findet man ganz viel davon.

Die Pflanze wird bis zu 50 cm hoch und das auffallende sind die teils rötlichen verzweigten Stengel, die von der Feuerkraft zeugen.

Jede Blüte hat fünf Blütenblätter, diese sind rosa bis violett und sehr filigran. Insbesondere Hildegard von Bingen erwähnte den Storchenschnabel sehr oft in ihren Aufzeichnungen

In der Heilkunde (Tee) verwendet man vorwiegend das Kraut, zum Ansetzen einer Tinktur jedoch kann auch die gesamte Pflanze mit der Blüte genommen werden.

Der Storchenschnabel wirkt durch seine Gerb- und Bitterstoffe insbesondere positiv auf das Verdauungssystem, aber auch Haut Problemen kann man hervorragend entgegen wirken.

Im Mittelalter wurden sogar Rezepturen bei Kinderwunsch hergestellt, da seine Nerven stärkende Wirkung, die permanente Anspannung, die ein Einnisten des Eies in der Gebärmutter erschwert, lindern kann.

Der Storchenschnabel hat eine reinigende und entgiftende Wirkung, die sich nicht nur im körperlichen Sinne, sondern auch auf seelischer Ebene anwenden lässt. Er wirkt daher positiv auf traumatische Erlebnisse, sowie seelische oder körperliche Gewalteinwirkung. So kann beispielsweise ein unerwarteter, schwerer Verlust gleichsam als psychisches Gift wirken und zu einer Art "Schockstarre", eine seelische Lähmung führen. Mit dem Storchenschnabel kann dies innerhalb kürzester Zeit gelöst und der Energiefluss wieder aktiviert werden.

 

Da diese Heilpflanze weniger in der Küche, als mehr in Form von Medizin ihre Anwendung findet, gibt es an dieser Stelle heute kein klassisches Kochrezept, sondern vielmehr eine Kurzbeschreibung zum Ansetzen eines Öls (äußerliche Anwendung) und einer Urtinktur (innerlich).

Man nimmt eine Hand voll der gesamten Pflanze mit Stengel, Blatt und Blüte, gibt es in ein verschließbares Glasgefäß und bedeckt (!) es mit einem Basisöl, wie beispielsweise Mandel-, Aprikosen- oder auch Olivenöl. Täglich vorsichtig ein wenig in kreisenden Bewegungen vermengen. Zur innerlichen Anwendung bedeckt man die Pflanze mit Alkohol (klarer Schnaps wie Korn etc.) und verfährt wie mit dem Öl.

Nach 10 bis 14 Tagen abseihen und je nach Bedarf Ekzeme, rauhe Stellen oder auch akute Insektenstiche einreiben.

Zur innerlichen Einnahme in eine Pipettenflasche (Apotheke 10, 20 oder 50 ml) abfüllen und 3 mal täglich 3-5 Tropfen in etwas Wasser einnehmen.

 


Monatsraum April

1. Bärlauch (Allium ursinum)

Der Bärlauch ist ein Zwiebelgewächs, das eine Wuchs-Höhe von etwa 20 bis 30 cm erreicht und vorwiegend von April bis Mai in schattigen Laubwäldern oder auch in der Nähe von Auen und Flüssen zu finden ist. Hat er sich einmal angesiedelt, breitet er sich gerne flächendeckend aus. Ein typisches Merkmal ist der starke Knoblauch-Geruch, aber auch die weichen Stiele, wodurch man ihn gut vom Maiglöckchen unterscheiden kann.

Bärlauch ist der reinste Gefäß-Reiniger!

Er wirkt vorbeugend gegen Arteriosklerose, sowie allen Folgeerscheinungen (Schlaganfall, Herzinfarkt).

Aber auch den alltäglicheren Beschwerden wie Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Schwindel kann man mit dieser Pflanze wunderbar entgegenwirken. Zudem regt er die Verdauung und den Stoffwechsel an, sodass er ein probates Mittel gegen Frühjahrsmüdigkeit ist. Bärlauch sollte möglichst frisch geerntet und verarbeitet werden, um seine volle Wirkung zu entfalten.

Wegen des starken Knoblauch-Aromas eignet er sich weniger als Tee, wird aber gerne in der Küche eingesetzt.

Gewaschen und klein geschnitten streut man Bärlauch über Salate oder aufs Butterbrot.

 

Neben dem gesundheitlichen Aspekt lohnt es sich den Bärlauch auch noch unter anderen Gesichtspunkten näher zu betrachten:
Der Beiname "ursinum" bedeutet "für Bären geeignet", da er einem altem Volksglauben nach das erste war, was Bären nach ihrer Winterruhe aßen, um wieder zu Kräften zu kommen. Somit macht er auch uns Menschen quasi bärenstark.

Bei den Germanen gilt er als heilige Pflanze und schützt vor bösen Geistern und Hexen; angeblich soll er zu Walpurgis (30. April) seine stärkste Kraft entfalten. (Quellenangabe zum letzten Absatz: INANA - Schule für Geomantie und Schamanismus)

 

Bärlauch-Spätzle

250g Spätzle-Mehl

2-3 Eier

125ml Wasser

Salz

1 handvoll Bärlauch

 

Für den Teig das Spätzle-Mehl, die Eier und das Wasser mit dem Handrührgerät vermengen, etwas salzen.

Den Bärlauch waschen, fein schneiden oder mit dem Wiegemesser klein hacken und unter den Teig geben

Den Teig mit einem Spätzle Hobel langsam in das Salzwasser hineingeben.

Nach 3-4 Minuten langsam abseihen. Schritt für Schritt, bis der gesamte Teig verarbeitet ist.

Die Spätzle eignen sich hervorragend als Beilage, aber auch in Ghee angebraten sind sie eine Delikatesse!

 

*Bon Appetit*

 

 

2. Brennessel (Urtica dioica)

Die Brennnessel, auch "Königin der Beikräuter" genannt, ist eine der ersten Pflanzen, die nach dem Winter, wenn der Schnee geschmolzen ist, aus dem Boden lugt.

Die Brennnessel wächst so gut wie überall, am liebsten aber tatsächlich um Gebäude herum und zumeist das ganze (Pflanzen-)Jahr über. Geerntet werden die jungen Triebe von März bis September, dienen jedoch vorzugsweise im Frühjahr der Entschlackung und Entwässerung. Die Brennnessel besteht zu über 30 Prozent aus Proteinen, genauer gesagt aus einer Zusammensetzung von sehr hochwertigen Aminosäuren.

Sie enthält einen reichhaltigen Schatz an Vitaminen und Mineralstoffen. Da wäre einmal nennenswert das 20-fache an Provitamin A und 30-fache an Vitamin C, im Vergleich zu Kopfsalat.  Darüberhinaus hat sie einen hohen Gehalt an Vitamin E (Zellschutz)  und B12 (Zellatmung), sowie Vitamin B5 und das seltene Vitamin K, das für die Blutgerinnung von großer Bedeutung ist. Außerdem glänzt sie mit hohen Werten an Kalzium, Kalium, Magnesium, Phosphor, Silizium und ist eine herausragende Eisenquelle. Somit ist sie besonders für schwangere Frauen bedeutsam, da das ebenfalls enthaltene Vitamin C die Eisenaufnahme unterstützt.

Nach einem alten Volksglauben wurden im Frühjahr Brötchen mit Brennnesseln (Nesselwecken) gegessen, um den Zellen nach dem langen Winter einen Kick zu verleihen und die Müdigkeit zu vertreiben. Das Eisen ist dem Planeten Mars zugeordnet, verbessert das Blutbild, hebt das Energieniveau und regt die Willenskraft, das Durchsetzungsvermögen an.

Wie wir alle wissen, ist ein "Stich" an der Brennnessel sehr unangenehm, macht uns aber auch urplötzlich wach. Die Mars-Eigenschaften der Brennnessel unterstützen somit alle, die sich abgrenzen und behaupten müssen. Besonders bei allen Neubeginnen verleiht sie Tatendrang, Kraft und Mut. Interessant ist auch, dass sie diejenigen, die kraftvoll (an ihr) zupacken nicht brennt, man muss nur mit dem Strich der Härchen gehen und darf keine Angst haben ;)

 

Brennnessel - Tee

Die klassische Anwendung  ist natürlich der Sud als Tee getrunken.

Dazu nimmt man gut eine handvoll frischer Brennnesseln und übergießt sie mit heißem Wasser (je nach Bedarf 250-500ml).

Dann lässt man das Gebräu etwa 10 min ziehen.

Mein Tipp an dieser Stelle: Den Tee zwischen 15 und 19h trinken, da haben Blase und Niere "Hochphase" und die Ausscheidung der Harnsäure wird begünstigt.