Wir alle unterliegen dem Wandel der Zeit,

jede Jahreszeit hat ihre eigene Qualität. Dies sieht man im Jahreslauf der Natur und den jeweiligen Jahresfesten (Ostern, Johanni, St. Martin, Weihnachten usw.).

In dieser Rubrik werden Sie von mir Impulse passend zur Jahreszeit und dem jeweils aktuellen Jahresfest bekommen. Ich gebe Empfehlungen an Sie weiter, wie Sie die jeweilige Zeitqualität durch Rituale, kleine Dekorationen (Jahreszeitentisch) und auch entsprechende Literatur bewusster erleben können.

Wiederkehrende Abläufe geben uns Menschen, insbesondere Kindern Halt und Geborgenheit. Ich möchte das gerne an Sie weitergeben und Sie einladen, es in Ihr (Familien-) Leben zu integrieren.

 

Mein Dank gilt an dieser Stelle Christina Geyer, Erzieherin im Waldorf Kindergarten Nürnberg Steinplatte.
Sie begleitet diese Rubrik mit ihrem fundierten Wissen und ich darf es in meine Texte mit einpflegen.

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Die zweite Adventswoche (09.12.-15.12.2018)

Heute entzünden wir die zweite Kerze auf dem Adventskranz und können die Veränderung auf dem Jahreszeitentisch erleben.

Als Maria und Josef letzte Woche ihren "steinigen" Weg in der tristen Landschaft begonnen haben, fand man auch auf dem Jahreszeitentisch nichts Behagliches. Nun aber kommen zu den Steinen vielleicht ein paar grüne Tannenzweige oder etwas frisches Moos aus dem Wald dazu. Auch können Teelichter den Weg zur Krippe erhellen und einen ersten Ausblick auf die langersehnte Ankunft im Stall gewähren. In wenigen Tagen werden auch die Hirten nach Bethlehem zum Stall aufbrechen und ihre Schafe, die ebenfalls in der Landschaft ihren Platz eingenommen haben, zurücklassen. Tag für Tag wandern Maria und Josef ein Stückchen weiter und dort wo sie standen kann ein kleiner goldener Stern aus Papier oder Karton, den bereits zurückgelegten Weg bildlich darstellen.

 

Für die zweite Adventswoche habe ich mir eine Besonderheit überlegt und die himmlischen Helfer um eine Botschaft für alle Leser gebeten. Es darf jeder den Impuls mitnehmen und das was für ihn stimmig ist, verinnerlichen.

 

Die allgemeine Botschaft der Woche lautet: Innere Sicherheit und tiefe Erfüllung

 

Es geht nun darum, das Leben in seiner ganzen Fülle zu genießen und seinen Wohlstand zu schätzen wissen!

Der Blick wird auf die Fülle in unserem Leben gelenkt, mit der Aufforderung auch andere an unseren Erfahrungen großzügig teilhaben zu lassen. Unser Realitätssinn wird geschärft und wir verbinden uns liebevoll mit den Mitmenschen, der Natur und der Welt. Wir dürfen auf unser eigenes gesundes Selbstwertgefühl bauen und innere wie materielle Sicherheit gewinnen.

Gleichzeitig besteht aber auch die WARNUNG, nicht in Materialismus und Großspurigkeit zu verfallen.

Wie passend, denkt man nur daran, dass nun die Zeit der Weihnachtseinkäufe ansteht und wir in einer Welt der schier grenzenlosen Möglichkeiten leben. Alles ist im Überfluss und zu jeder Zeit verfügbar, eigentlich erschreckend!

 

Die Botschaft der Engel lautet: Willensstärke und Aufbruch

 

Es darf nun Altes losgelassen werden; die alte Haut wird abgestreift, der man entwachsen ist.

Wir sind aufgefordert uns zu dem zu entfalten was wir wirklich sind, in die ureigene Kraft zu kommen, um die angelegten Talente und Fähigkeit vollständig zu leben und in die Welt tragen zu können. Nutze bewusst und umsichtig (!!) Deine Willenskraft, um Schöpfer Deines Lebens und der Umstände zu werden, die Du ersehnst, statt Dich von Situationen oder Personen gleich einer Marionette beherrschen zu lassen.

Alte Situationen, Blockaden und Hindernisse werden jetzt überwunden, so dass Neues ins Leben kommen kann und Du über Dich hinaus wächst. Nimm die Herausforderungen des Lebens an und wandle Deine Lebensumstände zum höchsten Wohle aller Beteiligten.

 

** Ich wünsche allen eine segensreiche zweite Adventswoche **

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Sankt Nikolaus (06.12.2018)

Nach Michaeli und Sankt Martin ist der Tag des Nikolaus am 6. Dezember das letzte der drei vorbereitenden Feste auf Weihnachten. Sankt Nikolaus und sein Knecht Ruprecht sind das Sinnbild dafür, dass neben Geist und Seele auch der physische Mensch vorbereitet werden will und spricht die Leiblichkeit an. Mit Mandel, Nuss und Apfelkern, sowie allerlei süßer Gaben werden wir

gestärkt und dürfen uns an den Sinnesfreuden erlaben.

 

Der heilige Nikolaus, der vor vielen hundert Jahren unter den Menschen lebte, stammt aus einer wohlhabenden Familie.

Nikolaus legte wenig wert auf Materielles und Äußeres, er lebte bescheiden

und in Demut, zudem war ein eifriger Kirchgänger, um dort die Worte der heiligen Schrift zu hören. Als seine Eltern gestorben waren und ihm ein beträchtliches Erbe hinterließen, führte er dennoch weiterhin ein einfaches Leben und wollte seinen Reichtum mit den Menschen, besonders den Kindern, teilen. Der Legende nach ging er oftmals abends in der Dunkelheit durch die Straßen und verteilte etwas aus seiner Manteltasche unter den Armen. In seinem späteren Leben wurde er zum Bischof gewählt und war in seinem Bemühen um Brüderlichkeit und Gerechtigkeit allen Menschen ein Vorbild.

 

Aus diesem Grunde wäre es sicherlich auch eine Überlegung wert, dass die Kinder nicht nur die von der Industrie erschaffene Figur des Weihnachtsmannes mit dem Sack voll Geschenke im Nikolaus Fest sehen. Vielmehr kann das Bild des lieben alten Mannes, der das Jahr über im Himmel sitzend die guten und schlechten Taten in seinem Büchlein notiert, verinnerlicht werden. Einmal im Jahr kommt er dann mit Schimmel und Schlitten den weiten Weg zur Erde hernieder, um die Kinder mit guten (maßvollen!!) Gaben für ihr freundliches Wirken zu belohnen und sie gerade darin zu bestärken. Die Rute ist vermutlich im 21. Jahrhundert nicht mehr ganz zeitgemäß und darf in Härtefällen vielleicht durch ein etwas weniger üppig gefülltes Säcklein getauscht werden, denke ich :)

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**** Advent Advent ein Lichtlein brennt ****

Nun ist es soweit, das erste Adventswochenende ist gekommen, die erste Kerze am Adventskranz wird entzündet und die Kinder erwarten sehnsüchtig das erste Türchen im Adventskalender.

Die Reise durch den Herbst brachte uns in Kontakt mit der Lichtgestalt "Michael", der in der Michaelizeit unsere Mutkräfte gestärkt hat, im Martinsfest kamen unsere Seelenkräfte, in Form des Mitgefühls untereinander zum Tragen und jetzt bereiten wir uns innerlich, wie äußerlich auf die Ankunft des höchsten göttlichen Lichtes, in Form der Geburt Jesus Christus, vor.

Es wird in den kommenden Tagen mit Nikolaus noch das letzte der drei vorbereitenden Feste gefeiert, hierbei werden unsere Leibeskräfte angesprochen, die bei Apfel, Nuss und Mandelkern gestärkt werden.

 

- Hierzu gibt es aber gesondert noch ein paar Worte in einem kleinen Beitrag -

 

 

Die erste Adventswoche (02.-08.12.2018)

Wenngleich nicht in jeder Familie ein "Jahreszeitentisch" seinen festen Platz hat, so bietet doch die Vorweihnachtszeit eine gute Gelegenheit, um das Geschehen auf heimischen Kommoden, Anrichten oder kleinen Tischen (besonders für Kinder) erlebbar zu machen.

Mit blauen oder braunen Tüchern verwandelt sich das ein oder andere Möbelstück in eine karge Landschaft, in der Maria und Josef ihren mühsamen Weg nach Bethlehem zum Stall beschreiten. In der ersten Woche finden ein paar Steine oder Mineralien ihren Platz in der Landschaft, die mit 24 Goldsternen ausgelegt ist, und umranden den Weg, der Maria und Josef zusammen mit ihrem Esel jeden Tag ein Stück näher zur Krippe bringt. Die etwas erhöht stehende Krippe, die noch unwirtlich und nur mit ein wenig Heu und Stroh ausgelegt auf die Ankunft der beiden hinweist, bildet das Zentrum des anstehenden Festes.

 

In dieser Woche haben wir neben Nikolaus auch den Barbara Tag (04.12.); es hat sich der Brauch entwickelt, dass Kirschzweige abgeschnitten und die Enden der Rinden abgekratzt werden. Über Nacht werden die Zweige in lauwarmes Wasser gelegt und am nächsten Tag in einen Krug mit Wasser gestellt, das alle drei Tage gewechselt wird. Bei guter Pflege tragen die Zweige um Weihnachten  schöne Blüten, die uns eine erste Frühlingsbotschaft bescheren.

 

Um den Kirschbaum weht der Wind,

Schnee stiebt von den Zweigen, aber warte nur, mein Kind,

Wunder will sich zeigen.

 

Im Verborgnen steigt der Saft

in den stillen Tagen,

jedes Zweiglein spürt die Kraft

und will Blüten tragen.

-Marianne Garff-

 

 

Der Stein des Dezembers ist der violette Amethyst, er fördert unsere geistige Wachheit und Präsenz, in dem er innere Spannungen löst und uns gegenüber äußeren schädlichen Einflüssen abschirmt, sodass wir Ruhe und Geborgenheit in uns finden können.

In der Tasche als kleiner Stein getragen, kann er uns Schutz bieten bei Weihnachtseinkäufen oder Marktbesuchen, überall dort, wo sich nun viele Menschen tummeln, die bisweilen nicht immer voll Ruhe und Besinnlichkeit ihrer Tätigkeit nachgehen, sondern oftmals in Stress und Hektik verfallen. Möge das gestärkte Bewusstsein der vergangenen Wochen, gerade jetzt unter all den Vorbereitungen zum Tragen kommen, sodass der Geist der beschaulichen Weihnachtszeit Einzug halten kann.

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St.Martin, 11. November 2018

Mit dem zweiten Fest im Herbst, dem Martini-Fest, werden die Seelenkräfte in uns angesprochen. Themen wie Opferbereitschaft, Güte und Mitgefühl stehen im Mittelpunkt und werden in der Legende um St.Martin, der seinen Mantel mit einem notleidenden Bettler teilte, verbildlicht.

 

Wer war St. Martin?

 

Martin lebte im 4.Jahrhundert in der römischen Stadt Pavia, wo er im Alter von 15 Jahren standesgemäß in den Dienst als Soldat trat. Mit 18 ließ er sich taufen und sich sogleich aus dem Ritterstand entlassen. Fortan lehrte er den christlichen Glauben und wurde im Jahr 371 zum Bischof gewählt.

 

Der Legende nach war es an einem kalten, grauen Novembertag, an dem Martin mit einer Gruppe von Soldaten auf einer Landstraße in Frankreich ritt, um rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit die Stadt Amien zu erreichen. Martin war der letzte in der Gruppe, er wollte sein Pferd schonen, das alt war und ritt vorsichtig auf dem schlechten und teils gefrorenen Weg.

In der Nähe der Stadtmauer trat sein Pferd plötzlich auf der Stelle und Martin konnte das Tor nicht passieren.

Da bemerkte er einen armen Mann, der sich an die Mauer drückte, Schutz vor Wind und Wetter suchte und vor Kälte zitterte. Martin stieg ab und teilte mit seinem Schwert den Mantel, den er trug und gab die Hälfte dem Bettler.

In der folgenden Nacht erschien ihm Jesus Christus im Traum, mit dem Mantel um den Schultern und offenbarte Martin, dass er selbst es war in Form des Bettlers. Von da an stellte er sich gänzlich in den Dienst des Christentums und wirkte selbstlos mit Herzlichkeit und Güte unter den Menschen, bis er schließlich zum Bischof gewählt wurde.

 

Die Zeit um das Martinsfest wird auch Laternenzeit genannt, da nun vielerorts Kinder mit ihren Laternen durch die Straßen ziehen.

 

Sonne Mond und Sterne
haben wir so gerne

weil in ihrem Lichte gut

unsre ganze Ede ruht

ehe wir beginnen, tief im Herzen drinnen

zünden wir ein Lichtlein an

das uns strahlend leuchten kann

 

In dem allseits bekannten Lied "Ich geh mit meiner Laterne" wird das innere Licht angesprochen, das wir Menschen in die Welt tragen; unser Lebensziel, das wir auf Erden bringen möchten. Unabhängig von der Dunkelheit im Außen, gilt es uns selbst den Weg zu erhellen, sich selbst eine Richtung im Leben zu geben, den Sinn des eigenen Leben zu erkennen und zu verwirklichen.

Das Laternenlicht als Symbol für das (inwendige) Licht leuchtet hell, unabhängig von allen äußeren Umständen.

Von nun an sind es genau 12 Wochen bis Maria Lichtmess am 2. Februar, der Tag an dem es wieder exakt eine Stunde länger hell ist. Weihnachten liegt demnach genau in der Mitte dieser Zeitspanne und läutet als Höhepunkt der Jahresfeste die Kehrtwende der dunklen Jahreszeit ein.

 

Welche Geste, neben den vielen schönen und bunten Laternen gibt es noch, um den St. Martin und Lichterfest Gedanken in den Alltag zu transportieren? 

 

Mondenhörnchen

500 g Weizen, fein gemahlen

2 Eier

125 g weiche Butter

1 Würfel Hefe

100 g Rosinen (Schokostücke)

200-250 ml kalte Milch

2 EL flüssigen Honig

 

Angewärmtes Mehl in eine Schüssel geben und eine Mulde bilden, die Hefe mit einem Teil der Milch und einem halben TL Honig glatt rühren, danach in die Mulde gießen und 15 Minuten zugedeckt gehen lassen.

Die restlichen Zutaten untermischen und verkneten. Nochmals 30 Minuten ruhen lassen und erneut gut durchkneten.

Hörnchen formen und in den auf 180 Grad vorgeheizten Backofen schieben, goldbraun backen. (Ein Gefäß mit kochendem Wasser mit in den Backofen stellen)

 

Eine schöner Brauch ist, die Hörnchen am Ende eines Laternenumzuges in zwei Hälften zu teilen (St. Martin), einander zu reichen und bei einer Tasse warmen Früchtepunsch die Abend Dämmerung im Laternenschein zu genießen.

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Erntedank, 07.Oktober 2018

Im Erntedankfest dürfen wir spüren und erleben, was Fülle und damit verbundene Dankbarkeit bedeutet. Erntefeste werden schon seit Jahrhunderten gefeiert, seit die Menschen Ackerbau betreiben. Die Götter der Ernte und Fruchtbarkeit sind Demeter (bei den Griechen) und Wotan (bei den Germanen). Ein Teil der Ernte wurde ihnen zu Ehren als Opfergabe bereitet und gleichzeitig um Erntesegen für das kommende Jahr erbeten. 

 

Der Herbst mit bunten Streifen zum Erntefest uns lenkt,

er lässt nun alles reifen was an den Bäumen hängt

Jürgen Treiber  / pixelio.de 

Erntezeit bedeutet, dass man sich an allem erfreut, was die Natur in ihrer Üppigkeit zur Verfügung stellt. Im Garten darf nun alles geerntet werden, was zuvor gemeinsam angepflanzt wurde. Hat man keinen eigenen Garten lohnt sich vielleicht ein Besuch auf dem Wochenmarkt, um sich einmal mit allen Sinnen an den Ständen der Bauern zu erfreuen und die (Farben-) Vielfalt der bunten Äpfel, Birnen, Pflaumen,  Kürbisse und Kartoffeln zu bestaunen.

Auch das Erlebnis mal selbst Korn zu mahlen und daraus Brötchen zu backen, schärft das Bewusstsein, woher das Brot eigentlich kommt.

 

Herbstliche Gemüsesuppe

 

1 Stange Lauch

500 g Karotten

3 Kartoffeln

2 Fenchel

1 Würfel Gemüsebrühe

1 Stück Ingwer

1,5 Liter Wasser

Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Anis

 

Den Lauch waschen und in Ringe schneiden. Zwiebel klein würfeln und zusammen mit dem Lauch in etwas Olivenöl oder Ghee bei geringer Hitze andünsten.

Die Karotten , Kartoffeln und den Fenchel schälen und in Stücke schneiden. Sobald die Zwiebeln und der Lauch glasig werden, das Gemüse beigeben und mit Wasser auffüllen, Gemüsebrühe dazugeben und aufkochen. Den Ingwer reiben oder als Stücke mit hinzufügen und alles ca 20 min. köcheln lassen. Die Kartoffeln sollten weich sein, dass die Suppe püriert werden kann.

Mit Salz, Pfeffer, etwas Muskat und einer Prise Anis abschmecken!

 

Buon Appetit ;)

 

Tisch-Laternchen in  herbstlichen Farben

Dekorieren Sie den Familientisch mit kleinen Tisch-Laternchen in herbstlichen Farben und erfreuen Sie sich an dem warm schimmernden Licht. Genießen Sie die Wärme und Behaglichkeit  

 

Ein 40 cm breites und 12cm langes Transparentpapier (gelb, orange und rot) wird zu einem Ring geformt und um ein Teelicht geklebt. Wenn man möchte, kann man vorher das Transparentpapier mit bunten gepressten Blättern verzieren.

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Michaeli-Zeit (29.09.-29.10.)

Um den 23. September, wenn die Sonne ins Sternbild Waage eintritt beginnt bei uns kalendarisch der Herbst. Die Tage werden kürzer, das Tageslicht nimmt spürbar ab und es wird merklich kühler. So, wie sich nun die lebendigen Kräfte der Natur allmählich zurückziehen, sind auch wir Menschen im Rückzug nach innen.

Je kürzer die Tage werden, desto mehr verlagert sich das Leben wieder nach innen in die Häuser und wir bereiten uns langsam auf den Winter, und die anstehende dunkle Jahreszeit vor. Trotz dem Segen von elektrischem Licht und Heizung, können wir "innere Wärme" nur in uns selbst erschaffen.

Das Michaeli-Fest, als erstes von drei bedeutsamen Festen im Herbst, möchte uns an die Kraft des Mutes erinnern. Zusammen mit dem Fest des heiligen Sankt Martin am 11.11. und des heiligen Nikolaus am 06.12. bildet das Michaeli-Fest am 29.09. eine Dreiheit , die uns auf Weihnachten hinführt.

Erzengel Michael steht für die geistigen Kräfte in uns, den Mut; der heilige Sankt Martin symbolisiert die seelischen Kräfte, die Brüderlichkeit und der heilige Nikolaus spricht die leiblichen Kräfte an.

Nun aber möchte ich das Michaeli-Fest ein wenig näher in Augenschein nehmen und Ihnen als Leser ein Gefühl dafür geben, um was es in dieser Zeit eigentlich geht, in welche Zeitqualität man sich hineinweben darf.

Der Legende nach wollte der Engel Lucifer (Satanael) Gott gleich werden und wurde im Auftrag Gottes vom Engel Micha auf die Erde gestürzt. Hier wirkt Lucifer noch heute in Form allen "Bösen", wie sich in Form von Egozentrik, Neid und Missgunst unter den Menschen zeigt. Das Urbild diesen Kampfes ist das des Drachen.

Der Engel Micha hingegen kämpfte mit der Hilfe Gottes gegen das Böse und wurde schließlich als Anführer der himmlischen Heerscharen zu Erzengel Michael auserkoren.

Er hilft uns Menschen Mut zu haben, den Mut zum inneren Kampf gegen den "Drachen", der in unserer Wohlstandsgesellschaft mehr den seelischen Aspekt anspricht, das was mit uns geschieht, wenn wir uns unbewusst (!!) von unseren bisweilen angstauslösenden Gedanken und Gefühlen leiten, ja teilweise sogar beherrschen lassen. Michael wird zumeist mit einem Schwert und einem Drachen, oder aber auch in Form einer Waage dargestellt. Es wird für uns Menschen durch diese Symbole greifbar, wie das Helle und Gute über das Böse und Dunkle siegt, wie wir im Inneren die Kraft entwickeln können, Klares von Unklarem zu unterscheiden.

Die Waage ist ein Symbol für das innere Gleichgewicht.

Nur wer ein waches Bewusstsein hat, kann das Böse durchschauen und bekämpfen, bzw. die niederen Kräfte erkennen und sie zumindest in die Schranken weisen.

Das Michaeli-Fest kann zu einem Tag werden, an dem wir uns einmal mehr der lichten Kraft unserer Gedanken bewusst werden und uns helfen eine Art Ritter Rüstung für die anstehende dunkle Jahreszeit in uns bereitzustellen.

 

"Wenn Du aus Dir verjagst,

all Unruh und Getümmel,

so wirft Sankt Michael

den Drachen aus dem Himmel"  (Angelus Silesius)

       

Für Kinder eignet sich die Legende von Ritter Georg, um Ihnen die Bedeutung des Michaeli-Fest erlebbar zu machen. Erzengel Michael suchte sich einen Helfer auf der Erde, der seine Botschaft verbreiten sollte und wählte den Ritter Georg aus.

Er wurde mit Helm, Schild und Schwert ausgestattet und zog in die Lande, um seinen Auftrag zu erfüllen. Auch er ist bis heute auf vielen Heiligen Bildern mit einem Pferd gegen den Drachen kämpfend, dargestellt. 

Kinder, insbesondere Jungen werden seelisch sehr stark in diesen Urbildern ange-sprochen und fühlen sich selbst als kleine tapfer kämpfende Ritter, wenn sie sich im Spiel mit Helm und Schwert "verkleidet" in diese Rolle hineinfühlen.

 

Die menschlichen Leibeskräfte benötigen jetzt besonders viel Eisen und kräftigende Mineralstoffe, wenn das Sonnenlicht abnimmt. Es empfiehlt sich beispielsweise eine Kur mit Schüssler Salzen, die sog. Immunkur. Sie besteht aus den Schüssler Salzen Nr. 3 (Ferrum phosphoricum, Salz des Immunsystems), Nr. 6 (Kalium sulfuricum, Salz der Entschlackung) und Nr. 7 (Magnesium phosphoricum, Salz der Muskeln und Nerven). 

 

Dosierung und Anwendung für die Kur:

 

Morgens --> Nr. 3

Mittags --> Nr. 6

Abends --> Nr. 7 

 

je 2 Tabletten (oder in Globuli Form 10) im Mund zergehen lassen.

Das ganze regelmäßig über einen Zeitraum von 4-6 Wochen!

 

Wie schon im letzten Text möchte ich auch heute gerne wieder eine Anregung mit-geben, wie man die anstehende Michaeli-Zeit ins alltägliche Leben integrieren und mit Leben füllen kann, was sowohl bei jung und alt Anklang findet:

 

Jahreszeitentisch

Ab dem Michaeli-Tag am 29.09. kann nun täglich eine Kerze auf dem Jahres-zeitentisch entzündet und somit die Zeit des (inneren) Lichtes eröffnet werden.

Auch kann eine Waage platziert werden; in der einen Schale liegt ein großer schwarzer Stein, der das Dunkle und Schwere auf der Welt symbolisiert und die andere Schale wird nach und nach mit Edelsteinen befüllt, zum Beispiel bei jeder guten Tat. Oder aber die Kinder können täglich einen Stein aussuchen und mit dem Gedanken an etwas Gutes in die Schale legen, bis die Waage allmählich ins Gleichgewicht gelangt.

 

Stärkender Trunk "Drachenblut"

1 l Mineralwasser

500 ml Hagebuttentee

500 ml Kirsch- und Johannisbeersaft gemischt

1 Zitrone

2 Orangen

7 Teelöffel Honig (oder Agavendicksaft etc.)

 

 

Den Tee abkühlen lassen, die Orange in kleine Stücke und die Zitrone in Scheiben schneiden. Die Stücke und Scheiben in eine Schüssel geben, den Tee, Saft und Mineralwasser hinzugeben. Je nach Geschmack süßen und genießen!

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Sommer 2018

Sonntag, 08.07.2018:

Um den 22. Juni zur Sonnenwende hat die Natur, obgleich der Sommer kalendarisch erst beginnt ihren Höhepunkt bereits erreicht. Die Sonne ist auf ihrem höchsten Stand und die Tage werden allmählich wieder kürzer.

Mit dem Johannestag am 24. Juni (der Volksmund spricht von "Johanni") stehen wir im Jahreslauf dem Weihnachtsfest gegenüber und begeben uns nun in die zweite Jahreshälfte.

Allmählich wird Woche für Woche das Vogelgezwitscher morgens und abends spürbar leiser, die Menschen jedoch und insbesondere die Kinder, erfreuen sich an den Kostbarkeiten dieser freudvollen Jahreszeit. Früchte aller Art reifen nun zur Ernte, angefangen von der Erdbeere, gefolgt von Himbeeren, Johannisbeeren und Kirschen schenkt uns Mutter Erde all ihre Schätze, mit denen wir unsere Vitaminspeicher für die kalten und trüben Monate auffüllen können.

 

Blaubeerküchlein

Wie wäre es denn, mal (mit den Kindern) einen Ausflug in den Wald zu unternehmen und sich nicht nur an der Vielfalt von Sinneseindrücken zu erfreuen, sondern auch ein Körbchen voll Blaubeeren zu sammeln, um daraus Blaubeerküchlein zuzubereiten:

 

150g Mehl (Weizen, Dinkel)

2 Eier

1/4l Milch

250g Blaubeeren

 

Alle Zutaten zu einem glatten Teig verrühren, die Blaubeeren unterheben und  in der Pfanne goldbraun backen, ein Gedicht! 

 

Kirschkernkissen

Es ist Kirschen Zeit; die diesjährige anhaltende Wärme beschert eine reichhaltige Ernte und wir können viel davon naschen. Aber auch die Kerne dürfen wir achtsam betrachten und daraus ein selbst gemachtes Kirschkernkissen herstellen, das man in den kalten Wintermonaten vielfältig zur Erwärmung, Linderung und Heilung verschiedenster Beschwerden einsetzen kann. Für ein ca 30/30cm großes Kissen benötigt man etwa 1 Kilo Kirschkerne. Die Kerne werden hierfür einmal aufgekocht, anschließend mit einem Baumwolltuch gründlich trocken gerieben und von restlichem Fruchtfleisch gereinigt. Anschließend wird unser Säckchen befüllt und zugenäht, bzw. mit einer Kordel zugebunden. Das Kissen kann bei Bedarf im Backofen (50-100 Grad) erhitzt und zum Einschlafen an die Füße, oder auch Kindern aufs Bäuchlein gelegt werden.

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